Die Marvinko-Silas-Fehde

Die Freie Zünftstadt Silas und das Adelshaus Marvinko führten eine Fehde aus, nachdem die Silaser zwei Jahre zuvor das Haus entmachtet und aus der Stadt getrieben hatten, um eine Zünfterepublik auszurufen. Sie erlangten den Status der Freien Stadt.

Die Marvinko versuchten zwar nicht, die Stadt einzunehmen, wollten jedoch wichtige Pfründe wieder für sich beanspruchen. Es kam erst zu diplomatischen Zerwürfnissen, dann wurde eine Fehde ausgerufen, die zunächst in einer verabredeten Feldschlacht gipfelte. Die Stadt Silas führte einige Haufen Bürgerwehr, Silbertaler Armbrustiere und die Söldnerformation Fretos Falken ins Feld.

Haus Marvinko hingegen stellte nur wenige Truppen des eigenen Hauses und verliess sich vor allem auf die Bandiera Bianca, deren Aufgebot aus Panzerreitern und schwergepanzerten Fußtruppen bestand. Die erste Schlacht, einige Dutzend Meilen nördlich des Onjet verlief, katastrophal für die Truppen der Marvinko. Nicht gewillt, aufzugeben, arrangierten die Marvinko eine weitere Feldschlacht, versuchten jedoch, ihre Gegner des nächtens zu überrumpeln. Ein Angriff im Morgengrauen, der als Stecherei am Onjet bekannt wurde, fügte beiden Parteien zwar verhältnismäßig geringe Verluste zu, jedoch gerieten beide Heere in Unordnung und zerfielen.

Daraus resultierte eine über zehn Tage währende Serie von Scharmützeln, die von Versuchen beider Seiten, gleichzeitig die eigenen Truppen zusammenzuführen, wie auch die des Gegners vereinzelt zu überwältigen, geprägt wurde. Die Truppen der freien Stadt Silas gewannen in diesem Wettstreit langsam die Überhand, und nach achtunddreissig Tagen Fehde erkannte Haus Marvinko seine Niederlage ein.

Scharmützel und kleinere Aufeinandertreffen dauerten teils noch Tage nach Ende der Fehde an, geschuldet dem Umstand, dass die Befehls- und Nachrichtenketten beider Seiten schwer in Auflösung begriffen waren.

Verluste beliefen sich auf insgesamt cirka dreihundertfünzig Gefallene, wobei die Freie Stadt Silas mit hundertneunzig bestätigten Verlusten das Gros der Toten auf ihrer Seite hatte, zwischen drei und vier Dutzend erschlagener Nichtkombattanten im Zuge der Scharmützel und einem niedergebrannten Dorf am Nordufer des Onjet.

Die Marvinko-Silas-Fehde

Syllanische Händel sylla